Was man, wenn man beispielsweise einen Hund oder eine Katze hat, über die Tierhalterhaftung wissen sollte 

Was man, wenn man beispielsweise einen Hund oder eine Katze hat, über die Tierhalterhaftung wissen sollte 

Wird durch ein Tier 

  • ein Mensch getötet oder der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt und
  • hat sich in dem Schadensereignis eine „spezifische“ oder „typische“ Tiergefahr des Tieres verwirklicht,

ist

  • nach § 833 Satz 1 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) 

der Halter des Tieres verpflichtet, dem Verletzten den 

  • daraus entstandenen 

Schaden zu ersetzen. 

Verwirklicht hat sich eine „spezifische“ oder „typische“ Tiergefahr in dem Schadensereignis, wenn für den 

  • Eintritt der Rechtsgutsverletzung 

ein der tierischen Natur entsprechendes 

  • unberechenbares oder 
  • instinktgemäßes

selbständiges Verhalten 

  • adäquat ursächlich 

geworden ist, wobei 

  • Mitursächlichkeit

ausreicht.

  • Nicht anzunehmen ist eine verwirklichte Tiergefahr dann, wenn keinerlei eigene Energie des Tieres an dem Geschehen beteiligt war.  

Verletzungen durch 

  • Hunde- oder Katzenbisse 

sind danach grundsätzlich der 

  • spezifischen Tiergefahr 

zurechnen.

Liegen die Haftungsvoraussetzungen des § 833 Satz 1 BGB vor, können die 

  • Einzelheiten des Schadenshergangs 

lediglich noch bei der Frage Bedeutung erlangen, ob die Tierhalterhaftung 

  • wegen eines mitursächlichen Fehlverhaltens des Geschädigten 

nach § 254 BGB anspruchsmindernd zu berücksichtigen oder ganz ausnahmsweise 

  • wegen rechtsmissbräuchlicher Geltendmachung

ausgeschlossen ist.

Übrigens:
Die Haftung des Tierhalters nach § 833 Satz 1 BGB greift grundsätzlich auch dann ein, wenn ein 

  • Tieraufseher im Rahmen seiner Aufsichtsführung 

durch das betreute Tier verletzt wird (Bundesgerichtshof (BGH), Urteile vom 26.04.2022 – VI ZR 1321/20 – und vom 25.04.2014 – VI ZR 372/13 –)

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